Diese Webseite verwendet Cookies. So können wir Ihnen das bestmögliche Nutzererlebnis bieten. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

 

Operation einer Leistenhernie

Bei der Leistenhernie (Hernia inguinalis) handelt es sich um die häufigste Form eines Eingeweidebruchs.

Sie kommt beim Mann wesentlich häufiger vor als bei der Frau (5:1). Sie tritt statistisch bei 2% aller Männer auf.

Häufig findet sich die Erkrankung beim älteren Patienten und bei Säuglingen auf. 25 % aller Frühgeborenen erscheinen betroffen.

Bei der Entstehung kann ein direkter von einem indirekten Leistenbruch unterschieden werden. Über 2/3 gehörenzu den indirekten Bruchformen. Im Gegensatz zu den indirekten Brüchen, die im Samenstrang den Leistenkanal durchqueren, entstehen die direkten direkt aus der Bauchwand heraus.

Indirekte Leistenhernien können angeboren oder erworben sein, direkte Hernien sind immer erworben.

Weiterhin kann man die Leistenhernien nach ihrer Größe unterscheiden:

  • Hernia incipiens – Vorwölbung des Bruchsackes in den Leistenkanal
  • Hernia completa – Hernie mit Bruchsack am äußeren Leistenring
  • Hernia scrotalis – Hernie mit Bruchsack im Skrotum (Hodensack)
  • Hernia labialis – Hernie, die bis in die Labien (Schamlippen) reicht

Vor der Operation

Vor der Operation erfolgt neben einer umfassenden Untersuchung ein ausführliches Gespräch, bei dem der Patient die ihn interessierenden Fragen stellen kann. Bei Bedarf wird auch ein Dolmetscher zugezogen. Nach einer weiteren Besprechung mit dem Narkosearzt bestätigt der Patient mit seiner Unterschrift, dass er mit dem Eingriff und der Betäubungsart einverstanden ist.

Blutverdünnende Medikamente bedürfen einer besonderen Sorgfalt und sollten bis 1 Woche  vor der Operation abgesetzt werden. Gegebenenfalls muss ein Ersatz mit Heparinspritzen durchgeführt werden. Zur Unterstützung der Wundheilung ist die Einstellung des Nikotinkonsums förderlich.

Die Verfahren

Welche Form der Operation gewählt wird, hängt vom Zustand des Patienten ab, dem genauen Befund und den Nebenerkrankungen.

Die Operation wird überwiegend in Vollnarkose durchgeführt. Bei den offenen Techniken sind auch örtliche oder regionale Betäubungen möglich.

Bei der Operation einer Leistenhernie unterscheidet man zwischen einer offenen Verfahren und einer Operation im Sinne eines Schlüssellochverfahren (Laparoskopie; Bauchspiegelung).

Bei der offenen Operation (nach Shouldice) wird ein kleiner Schnitt in der Leiste gemacht. Je nach Methode kann die Wiederherstellung des Leistenkanls mit körpereigenem Gewebe (z.B. Shouldice Methode) oder unter Verwendung von Fremdgewebe erfolgen (z.B. Technik nach Lichtenstein oder Rudkow).

In seltenen Fällen kann der Verlauf durch eine Wundentzündung, Gefühlstörungen -oder Nervenschmerzen und auftretende Blutungen kompliziert sein.

Viel seltener sind Schäden am Samenleiter oder Hoden beim Mann sowie Verletzungen innerer Organe. Das Wiederauftreten des Bruches sollte bei den modernen Methoden unter 5 % liegen.

Die endoskopische Hernienoperation kann auf der Bauchwand entlang oder durch die Bauchhöhle erfolgen. Dabei werden äußerlich kleine Schnitte angelegt, um die Instrumente einführen zu können, mit denen dann per Videokamera operiert wird. Bei der Bauchhöhlentechnik ist zur Trennung des Bauchfells und zur Einlage des obligatorischen Kunsstoffnetzes ein gut 10 cm erforderlich.

Bei den endoskopischen Formen der Operation kann es neben den bereits genannten Komplikationen auch zu Dysästhesien (Missempfindungen), Orchitis (Hodenentzündung), Skrotalemphysem (Luftansammlung im Hodensack), Blasenfisteln sowie zur Hydrozele (Wasserbruch) kommen. AuchVerklebungen des Netzes mit dem Darm sind bekannt.

Die Komplikations- und Wiederauftrittsrate liegt je nach Technik gering bis deutlich über den offenen Methoden.

Nach der Operation

Falls eine Wunddrainge eingelegt wird erfolgt deren Entfernung je nach Förderung am 1. oder zweiten postoperativen Tag.

Für die Wundheilung sind 2 Wochen zu veranschlagen. In diesen Zeitraum fällt auch die Entfernung einliegender Wundfäden.

Je nach ausgeübtem Beruf ist eine Schonung von 4 bis 6 Wochen angezeigt. Die Karenz für sportliche Betätigungen wäre im gleichen Intervall zu sehen.

Anfängliche Verhärtungen des OP Gebietes sind bis zu 6 Monaten möglich.